Dienstag, 25. Juli 2017

220 Jahre Neuenegg - Berner Uniformen 1798


Die Geschichte berichtet gerne über die Sieger, weniger über die Verlierer.

So sind zeitgenössische Bilder aus der Zeit des Einmarsches der Franzosen mit Uniformen der Stadtrepublik Bern von 1798 eine eher rare Sache. In meiner Bibliothek stehen einige Bücher über Uniformen - auch Eidgenössische - aber die Details beginnen meist erst nach 1805. Die Uniformierung der Helvetischen Republik - die Marionette des französischen Kaiserreiches - sind recht umfänglich dokumentiert. Ebenso die Uniformen der Schweizer Regimenter in britischen Diensten. Auch später Uniformen des Bundesstaates finden sich reichlich, aber zur Zeit um 1798 ist es eher düster. Auch muss man sich vor späteren, künstlerischen Werken hüten, da dort die Farben teilweise einfach 'sehr frei' gewählt wurden. Die Uniformen der Jäger und Scharfschützen wurden erst ab 1805 in Grün ausgegeben.


Dank dem sehr guten Fachbuch über Uniformen der Berner Miliz und der Recherche konnte ich dann aber die passenden Farben für die Uniformen dennoch finden. Die Uniformen sind dort ziemlich ausführlich beschrieben.

Als Hauptaugenmerk und schöne Unterscheidung zu den Franzosen tragen die Berner Blau und Schwarz.




Berner Füsiliere treten zum Gegenangriff an


Uniformen der Stadtrepublik Bern um 1798



Ein Bild der Berner Scharfschützen habe ich bislang kein korrektes gefunden. In der Literatur wird aber beschrieben, dass auch ihre Uniformen und die der Jäger blau war. Die Aufschläge waren in diesem Fall hellblau. Die Jacken waren kurz. Es wird angegeben, dass die Scharfschützen einen 'chapeuax corsis' - einen 'runden Hut im korsischen Stil' - trugen.


Dieses doch eher romantische Bild der Bernerinnen im Landsturm zeigt links unten zwei Männer, bei denen es sich um Scharfschützen handeln könnte. Die beschriebene Uniform würde ziemlich etwa zu dem passen was hier gezeigt wird. Der Stich selber wird aber wahrscheinlich einige Jahre später entstanden sein.



Bernerinnen im Landsturm - Quelle: ZAVB








































Ich habe in meiner Sammlung ein zeitgenössisches Bild von zwei Jägern aus Luzern. Das Bild habe ich vor einigen Jahren an einer Börse gefunden und es hatte mir einfach gefallen. Seit da steht es in meiner Vitrine. Bald wohl hinter ein paar Berner Scharfschützen.



Wachtmeister und Soldat der Rothenburger Jäger 1792







































Auch diese Darstellung deckt sich in etwa der Beschreibung und vor allem auch der genannten Hut ist gut zu sehen. Er tritt in dieser Form auch in anderen Bildern auf.

Zum Glück gibt es von Perry Miniatures passende Modelle mit genau dieser Ausrüstung aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Ganz allgemein passen diese Uniformen von Typ und Stil her ziemlich genau zu dem was die Bilder zeigen.

Und so sieht nun mein aktueller Zwischenstand meiner ersten Berner Füsiliere aus:


Aufgereit, bereit zur Grundierung 


Einmal Blau bitte


Noch gibt es wenig Ähnlichkeiten zu den Vorbildern










Montag, 17. Juli 2017

220 Jahre Neuenegg - Franzosen

Die Franzosen sind fertig bemalt 😄
Es fehlen nur noch die Bases und die finale Lackschicht. 

Darum ganz kurz ein paar wenige Schnappschüsse aus der Werkstatt. 

Die letzten 10 Mann kurz vor der Fertigstellung

Die fertig bemalten Franzosen

Sonntag, 9. Juli 2017

220 Jahre Neuenegg - Bern

Die Musterung


Nachdem die Franzosen sich langsam der Fertigstellung nähern, wird es Zeit, die Musterung bei den Truppen der Stadtrepublik Bern durchzuführen. Nach einigem Suchen hatte ich mich für Perry Minis aus der AWI-Reihe entschieden. Dort sind alle passenden Uniformen und die meisten Waffen zu finden. Zudem sind die Figuren wie von den Perry-Zwillingen gewohnt sehr detailliert und abwechslungsreich gestaltet.

Ein ganzer Haufen ist da schon zusammengekommen: 

  

So hatte ich eine grössere Anzahl diese Figuren schon vor einiger Zeit bestellt und sie nun hervorgeholt, gewaschen und sortiert.























Das erste Kontingent soll einen Teil der Scharfschützen der Kompanie Tscharner darstellen, welche am 4. März 1798 den weiteren Vormarsch der Franzosen aufhielten und dann den Gegenangriff am 5. März tatkräftig unterstützten. 


Liste nach 'Chosen Men': 



Bern                                                                  215Pkt


Major                                                                                 40Pkt    
             
Scharfschützen
- Leutnant, Korporal, Trommler und 2 Scharfschützen     70Pkt

Scharfschützen
- Wachtmeister und 4 Scharfschützen                                60Pkt

Füsiliere
- Wachtmeister und 4 Füsiliere                                           45Pkt


Die Berner stelle ich nach der Liste der Briten auf. Die Riflemen (für Scharfschützen und Jäger) und die Infanterie scheinen mir da sehr passend von den Werten her. Sollte irgendwann auch noch der Berner Landsturm dazukommen, nehme ich dafür die Werte der Preussischen Landwehr. 

Das erste Kontingent der Berner








Sonntag, 2. Juli 2017

Zombie Tabletops - 18 - The Walking Dead

Kickstarter Wave 2


Endlich ist das Paket mit dem zweiten Teil des Mantic Kickstarters zu 'The Walking Dead' eingetroffen. 




Das Paket ist wieder prall gefüllt mit den fünf Spielmatten, den drei Erweiterungen und einigen Zusatzsachen. 








Neben den Karten in den drei Erweiterungen liegen einige wenige Karten schon separat bei. Schönes, nützliches und zum teil sehr ikonisches Equipment wie die unerlässliche Kettensäge oder die Armbrust sind nun verfügbar.   




Gute gelungen und sehr stimmig sind die fünf Spielmatten. Sie sind knapp 52x52cm gross und sehr schön detailiert. Die Matten können zum Teil passend aneinandergelegt werden. Damit kann dann von einem 'Story-Bild' zum nächsten gewechselt werden. 





Das Highlight bilden natürlich wieder die Boxen der drei Erweiterungen. Sie sind wieder prall gefüllt mit sehr schicken Minis und allerlei Spielmaterial und Hintergrund.  




Mit den Minis kann ich nun einen grossen Teil der Story aus den Comics abdecken. Ich freu mich schon wieder auf die Bemalung der nächsten tollen Figuren. Mal schauen, wer bald auf den Maltisch wandert ... 

Samstag, 24. Juni 2017

220 Jahre Neuenegg - Franzosen

Boden unter den Füssen


An den passenden Bases für meine Franzosen und Berner habe ich eine gute Weile herumstudiert. Für Skirmishes wären Rundbases schick, für Regimenter eckige Bases praktisch.
Da die Linieninfanterie um 1800 herum hauptsächlich aus geschlossenen Reihen heraus den Feuerkampf führte, habe ich mich schlussendlich zu den standardmässigen 20x20mm Bases entschlossen.








Nach einigem Suchen im Netz habe ich bei Warbases in England gute Movement Trays gefunden. Zudem auch Bases mit Löchern für Magnete. Ein sehr praktisches Feature, denn ich habe mir kürzlich beim entsprechenden Kickstarter einen Koffer von A-Case geschossen. Bei Diesem stehen die Minis auf Magnetischen Einschüben und können so aufrecht transportiert werden. Und da es sich bei den Bernern und Franzosen um ein neues Projekt handelt, werde ich auch gleich diese neue Transportmöglichkeit mit den Minis ausprobieren.  




  
Ich verspreche mir dadurch zum einen mehr Platz - die Schaumstoffeinlagen in den Koffern benötigen ja schon sehr viel Raum - und zum anderen auch, dass ich die Regimenter gleich so direkt von der Vitrine in den Koffer stellen kann, ohne sie umräumen zu müssen.

Die fertig bemalten Franzosen haben nun also endlich auch noch ihre Bases erhalten. Nun fehlt nur noch die Gestaltung. Diese werde ich dann wohl aber gleich für alle 21 Minis aus einem 'Guss' machen. Fürs erste erhalten die Bases also nur noch die dunkelbraune Grundschicht. 



Die Magnete habe ich bereits mit Sekundenkleber einpasst. 





Freitag, 16. Juni 2017

220 Jahre Neuenegg - Franzosen

Et Voilà


Endlich fertig mit dem Offizier und dem ersten Trupp!
Irgendwie kam ich einfach nicht vorwärts mit diesen Franzosen. Vor gefühlt ewiger Zeit habe ich die Minis zusammengebaut, nun ist endlich mehr als die Hälfte fertig bemalt. 

Aus Freude hab ich einfach kurz ein paar Schnappschüsse in der Werkstatt gemacht. 
Als Gruppe machen sie endlich etwas her. Und das motiviert mich, auch die restlichen zehn Mann noch anzugehen und durchzuziehen. 






Montag, 12. Juni 2017

220 Jahre Neuenegg - Franzosen

Roulez Tambours!


Langsam aber stetig geht es mit dem Bemalen der Franzosen voran. 

Ein kleiner Zwischenbericht: 


Nachdem ich den Einstieg und den Ablauf gefunden habe, läuft es nun ziemlich gut von der Hand. Der erste Trupp mit dem Kommando ist schon auf dem Weg der Fertigstellung.

Auf den Bildern lassen sich einzelne Abschnitte gut mitverfolgen. 





Nach dem Rot folgt Braun und dann noch Weiss sowie einzelne kleine Details. Ganz am Schluss werden dann noch die Metallfarben aufgetragen. Nicht zu vergessen: die ganzen Uniformknöpfe. Das Messing soll da noch etwas herausleuchten und einen gewissen Glanz verleihen. 



Damit wären die Modelle nun bereit für das Dipping. 
Nach dem Schattieren werden nochmals einige Highlights gesetzt und die gröbsten Verschmutzungen im Weiss nochmals ausgebessert um es nicht ganz so staubig wirken zu lassen. 

Dienstag, 6. Juni 2017

BB erste Spiele

Die Liga ist gestartet



Die Bunnies haben sich wieder eingewärmt und die ersten Spiele hinter sich. Etwas Einspielen war schon nötig, aber schon im ersten Spiel machten sie wieder eine gute Figur. Gegen das Khemri-Team von Donald war der Start schon heftig für solch zart besaitete Mädels ... Gegner mit Stärke 5 mögen wir halt effektiv nicht so sehr. Die nötige Agilität war noch nicht ganz wiedergefunden und so kassierten einige der Mädels ordentlich Prügel. Zum Glück mussten schlussendlich nur zwei der Bunnies das nächste Spiel aussetzen. Das erste Match endete auch mit einem Unentschieden und je einem Touchdown für jedes Team.



Der erste Anstoss

 Blick über den Tisch - da Läuft wieder was!

Andy macht den ersten Touchdown

eine wüste Keilerei

sofort wieder Lücken nutzen und freispielen

Mittwoch, 31. Mai 2017

220 Jahre Neuenegg - Franzosen

Füsiliere und Tirailleurs


Zu Franzosen nach 1805 findet man sehr viel. Aber bei den Truppen, welche um 1798 in die Schweiz einmarschiert sind, wird es schwieriger. Neben der Recherche bleibt da zum Teil einfach auch etwas Schlussfolgerung und zur Not auch etwas künstlerische Freiheit übrig. Da ich keine exakte historische Kopie, sondern einfach erkennbare Franzosen bemalen möchte, stimmt dieser Kompromiss für mich und mein Projektchen.


Französischer Füsilier der Linie 1798
Quelle: Wikipedia


Französische Soldaten1798
Quelle: Wikipedia



Die richtigen Uniformen für das Jahr 1798 zu finden ist nicht gerad einfach. Für die Zeit Napoleons und seines Kaiserreiches liegen viele Quellen vor. Für die Armeen der französischen Revolution und des Direktoriums ist es schon eher wage. Ich konzentriere mich daher soweit möglich auf die regulären Truppen und deren Uniformen. Für grössere Projekte wäre es natürlich interessant, da sich die Soldaten, welche zum Teil mehrere Jahre im Feld standen einfach mit dem eingedeckt haben, was sie auftreiben konnten. Die Versorgungslage war zum teil sehr schlecht bis nahezu nicht vorhanden. Entsprechend ein zusammengewürfeltes Bild hat damals wohl eine Truppe aus Veteranen abgegeben. 

Um 1798 tragen die Franzosen weisse Hosen zur blauen Uniformjacke. Die Aufschläge der Linieninfanterie sind Rot. Die Männer tragen noch den schwarzen Zweispitz. Das sonst so markante Shako wurde erst später eingeführt. Truppen der Revolutionszeit und der Jahre danach trugen zudem oft einen Helm mit Schirm und einer Feder auf der Seite. Für die leichte Infanterie wird zudem ein 'korsischer' Hut genannt, welcher auf einer Seite hochgeschlagen wurde. Bei einem Teil der Truppen, welche damals in die alte Eidgenossenschaft einmarschiert sind, handelte es ich um Gebirgseinheiten, welche genau diesen markanten Hut getragen haben. Dies bietet einen interessanten Ansatz für den weiteren Ausbau, ist aber doch sehr speziell und eingeschränkt. Die ersten 21 Mann sollen erst einmal ziemlich einheitlich auftreten.    

Etwas schwer getan habe ich mich mit den Farben der Pompons - den kleinen farbigen Bällchen oben auf dem Hut. Auf Bildern, die ich zur Uniform von 1798 gefunden habe, tragen auch die Füsiliere noch rote Pompons. Diese waren dann später den Grenadieren vorbehalten. Entsprechend erhält der grössere Trupp meiner Franzosen nun auch diese roten Abzeichen. Ebenfalls möglich wären Violett und Blau.   



Ein Teil der  Quellenbücher aus meiner Sammlung



Neben der Linieninfanterie stelle ich zwei Trupps leichte Infanterie auf. Voltigeure wurden erst nach 1804 ausgehoben. Diese Einheiten hatten grüne Pompons. Jedoch gab es früher schon Schützeneinheiten bzw. leichte Infanterie - die so genannten 'Tirailleurs'. Diese trugen scheinbar ebenfalls grün. Zur Kennzeichnung der beiden Trupps habe ich nun beschlossen, die einfach über die Pompons zu lösen und hier für je fünf Mann die Farben Grün und Blau zu verwenden. Das bringt auch etwas Abwechslung in den kleinen Haufen. Historisch würde eine solch kleine Truppe natürlich eher 'Farbrein' sein.

Als weiteren Unterschied überlege ich mir, eine der beiden kleineren Trupps mit schwarzen Gamaschen zu bemalen. Das würde das Gesamtbild ebenfalls etwas auflockern.




Sonntag, 21. Mai 2017

220 Jahre Neuenegg - Franzosen

En Avant!


Kurz vor Ostern sind die bestellten Farben eingetroffen. Gerade für historische Modelle verwende ich gerne die Farb-Triaden von Foundry. Ich fühle mich dann mit der entsprechenden Farbe sicher ... 😂
Passenderweise habe ich mir einfach gleich das ganze Set an Farben für Franzosen und Briten der Napoleonischen Ära bestellt.


Farbsets von Foundry


Damit waren die Grundlagen für die ersten Test-Minis vorhanden und ich konnte mich ans Pinseln machen. Ich habe mich entsprechend mit den französischen Uniformen vorgängig etwas befasst und mir einige Beispielbilder herausgesucht. Das Heft von Painting War - French Army. Bietet zudem sehr viele gute Tipps für die Bemalung der Minis. 
































Bei den Test-Minis habe ich dann auch einige Vereinfachungen in der ganze Bemalung beschlossen. Einige kleine, feine Details, welche nach dem Dippen bei den Spielminiaturen kaum mehr zur Geltung kommen werden, habe ich der Einfachheit halber einfach weggelassen. Gerade den feinen weissen Rand bei den Aufschlägen habe ich rationalisiert. Da die ersten Franzosen Teil einer zukünftig noch grösseren Sammlung sind, macht es Sinn, gerade zu Beginn den Standard nicht zu hoch anzusetzen. Sonst wir die Einheit niemals fertig.

Die beiden Füsiliere sind in den Grundfarben und einem Akzent gehalten. Danach folgte ein Dip mit Army Painter Strong Tone. Anschliessend habe ich das Weiss des Lederzeugs und der Hosen wieder nachgezogen.  
  

Die ersten beiden bemalten Franzosen


Samstag, 13. Mai 2017

Zombie Tabletops - Teil 18 - The Walking Dead

Holà Mädels


Nach einer neuen Ladung Zombies wird es wieder Zeit für weitere Überlebende.
Lori, Carol, Amy und Andrea stehen nun auf dem Maltisch. Da sich bei den Mädels teilweise gleiche/ähnliche Farben verwenden lassen, hat es sich geradezu aufgedrängt, sie zusammen zu bemalen. Dennoch bleibt genug Abwechslung und ich kann wieder aus der breiten Farbpalette schöpfen.


Nach den ersten Grundfarben




Jeans sind immer eine kleine Herausforderung, aber machen auch viel Spass bei der Bemalung. Ich habe auch dieses Mal bei Carol, Lori und Andrea mit verschiedenen Blau- und Grautönen experimentiert und bin mit dem Ergebnis eigentlich sehr zufrieden.



Carol, Andrea, Amy und Lori nach einem weiteren Pinselstunde









































Die Damen werden nun eine sehr schöne Erweiterung in der Auswahl meiner Überlebenden bieten. Ich bin schon gespannt, wie sie sich im Spiel behaupten werden. Gerade bei Andrea mache ich mir da aber gar keine Sorgen  😃





Freitag, 5. Mai 2017

Pike & Shot - Viel Papier und eine Tasse Tee

The Pikeman's Lament


Für die gemütlichen Abende in meinen Ferien habe ich mir einen grossen Stappel Papier (Bücher) bereitgestellt, welchen ich endlich einmal durchgehen wollte. Neben 'The Pikeman's Lament' einem neuen Regelwerk von Osprey (aus der Lion Rampant Schiene), die Wargames Illustrated mit dem passenden Review, sowie auch noch die passende Ausgabe der Wargames Soliders & Strategy zum Englischen Bürgerkrieg (Issue 87)  und das grosse Regelbuch Black Powder. Logisch wäre hier zwar Pike & Shotte gewesen, aber da Black Powder an sich die Basisregeln bildet und auch für andere Epochen zuträglich ist, passt das schon.


Quelle: Osprey
Ich hab mir den ganzen Lesestoff über die gemütlichen Abende stilecht bei ein paar Tassen Tee bzw. dunklem Bier (nein, kein Ale) vorgenommen und es hat mich wieder so richtig schön gepackt. Beim Pikeman's Lament war ich mir auch nicht so sicher, ob ein grösseres Skirmish mit Piken Sinn machen würde. Dieses Thema wird auch in verschiedenen Reviews angesprochen. Daher war ich doch etwas gespannt darauf, die Regeln selber in Ruhe anschauen zu können und mir ein eigenes Bild zu machen. Ich mag keine Umrechnungen von Modell zu Mannschafts-Ratios, wie sie in gewissen Systemen vorkommen, um darzustellen, wie denn die Abstraktion sei. Wenn ich ein Modell auf dem Tisch sehe, möcht ich mir nicht vorstellen müssen, es seien in Wahrheit 20 Mann. Ich seh ja trotzdem nur eine Mini ... Kann das also was hermachen? Deshalb mag ich die DBX-Systeme nicht so gerne. Drei Reiter auf einer Base stellen für mich halt leider keine Einheit dar.  


Die Lion Rampant-Systeme arbeiten mit Einheiten von 6 bzw 12 Miniaturen und einem Befehls- bzw. Aktivierungssystem. Bei Pikeman's Lament wird dem Leser gleich zu Beginn erklärt, dass es sich um die kleine Einheit handelt, welche ein aufstrebender Offizier führt. Dann folgen die Tabellen für die Zusammenstellung einer kleinen Truppe. Erst dann folgen die eigentlichen Regeln. Ich finde das eine schöne Nuance, die gleich von Beginn an zeigt, wo der Schwerpunkt liegt. 

Man beginnt im Range eines Ensigns bzw. Fähnrichs und kann durch ein einfaches Kampagnenssystem den Offizier aufsteigen lassen. Wird er jedoch zu erfahren und zu einem Obersten befördert, dann muss er die Truppe verlassen, da er dann ein ganzes Regiment befehligen wird. Ein cleverer Schachzug! Denn hier werden keine grossen Schlachten geführt. Auch keine Kleinen. Sondern nur Scharmützel die bestenfalls am Rande einer Schlacht vorkommen. Oder noch viel mehr kleinere Operationen und Geplänkel in welche eine kleine Truppe verstrickt werden kann. Durch das freie System der Zusammenstellung der Truppen müssen auch nicht zwingend die namensgebenden Pikeniere dabei sein. Die Bezeichnung soll ja auch eher auf die Epoche verweisen. Und damit bietet das System auf dem Papier viel Abwechslung für Bier- und Brezelspiele. 


Fazit


Hier bekomme ich als aufstrebender Offizier mit meinen wenigen Männern eine Aufgabe zugeteilt wie z.B. das Beschaffen von Lebensmitteln oder Futter für die Pferde, muss etwas auskundschaften oder einen Kundschafter abfangen. Kleine, spezielle Aufgaben, für die keine Kompanie Soldaten geschickt wird. Dafür reichen jeweils zwei Dutzend Männer. Ich finde diesen Ansatz sehr spannend.  

Meine Schottischen Royalisten unter Montrose un die irischen Söldner könnten sowieso noch etwas Verstärkung gebrauchen. Eine erste Liste ist schnell erstellt und zeigt auch, dass einfach die Pikeniere endlich einmal bemalt werden sollten. Klar habe ich mit den bemalten Covenanter Schotten genug Minis in der Vitrine herumstehen um gleich beginnen zu können, aber das wäre ja zu einfach. Und auch dem Abtragen des Zinnberges nicht zuträglich! Also etwas, das ich auch bald einmal angehen sollte ... 




       

Dienstag, 25. April 2017

Zombie Tabletops - 17 - The Walking Dead

Prelude to Woodburry


Nun wurde der Versand von Wave 2 des Materials aus dem 'The Walking Dead' Kickstarter von Mantic offiziell angekündigt, aber es wird noch seine Zeit brauchen, bis ich den Nachschub im Haus hab. Und da ich mir auch ein Bild der Booster Packs, welche im Handel erhältlich sind machen wollte, hab ich mir die beiden Packs, welche nicht im Kickstarter enthalten waren geholt: 'Rick on Horse' und 'Prelude to Woodburry'.








Brian aus dem TWD Comic







Woodburry wird als Solo-Starter angepriesen. Damit soll die Vorgeschichte von Brian Blake - dem späteren Governor - spielbar sein. Von den Comics her mag ich den Typen zwar nicht, aber von der Story her ist er halt 'notwendig'.







Gut gepackt


Der Starter ist eigentlich ziemlich das, was ich erwartet hatte: 

Eine kleinere Version des bereits im Handel erhältlichen Starters mit Rick und Carl. Er beinhaltet neben Brian, fünf neuen Zombies und wieder das ganze Cardboard-Material, Marker und die Würfel welche zum Spielen benötigt werden. Das Regelheftchen sieht auf den ersten Blick gleich aus. Auf den zweiten zeigt sich angenehm, dass hier individuelle Szenarios für den Einstieg mit den Minis dieser Box geschrieben wurden. Klar sind die Missionen auch hier 'nur ein nettes' Tutorial, aber für einen neues Spieler sehr gut gemacht. Das System kann einfach out of the Box erlernt werden.
Wer die grosse Grundbox bereits besitzt kann sich diese Box zwar sparen, aber ich finde sie dennoch sehr nett. Neben einem zweiten Set Würfel - ich stelle gerne jeder Spielerseite einen eigenen Würfelpool zur Verfügung - sind wieder sechs schicke, neugestaltete Minis enthalten. Die Ausrüstungskarten sind mit der Grundbox zum Teil identisch, aber bieten immerhin mehr Masse und auch Marker kann man gut einige mehr brauchen.




































Fazit


Von den drei Solo-Missionen hatte ich mir etwas mehr erhofft. Aber sie sind halt genau das, was sie sein sollen: ein gutes Tutorial. Für erfahrene Spieler bieten sie aber nichts Neues. Ich hatte eigentlich auf eine ausführlichere Story gehofft, die ich auch mit einer anderen Figur hätte spielen können. Gerne hätte ich das mit Andrea gemacht. Es zeigt aber wieder einmal mehr, wie einfach selber Szenarien für The Walking Dead geschrieben werden können. Gerade etwas von dem, wie ich finde, dieses Spielsystem lebt.